Superlevel: Über Lehrgeld

Ich bin vor etwas über einer Woche über Twitter über eine Anzeige für ein unbezahltes Praktikum in der Redaktion der Spieleseite GamersGlobal gestoßen. Auch wenn ich selbst unbezahlte Praktika gemacht habe und verstehe, warum viele Praktika nicht bezahlt werden und warum Praktikanten (und da schließe ich mich nicht aus) das trotzdem mit sich machen lassen, finde ich unbezahlte Arbeit für einen Arbeitgeber, der von dieser Arbeit profitiert, fragwürdig. Jörg Langer, der Chefredakteur von GamersGlobal, sieht das anders und erklärte in einer Antwort auf unzufriedene Leser/Trolle/Commenter, dass er nichts falsches darin sieht, Praktikanten nicht zu bezahlen, solange die Praktikanten in ihrer Zeit bei der Redaktion etwas lernen.

Ich habe mir das daher zum Anlass genommen auf Superlevel zu erklären, warum ich es falsch finde, Praktikanten nicht zu bezahlen:

Dabei wird immer auf „Wissenstransfer“ verwiesen. Der Praktikant darf am Wissen eines echten Redakteurs teilhaben. Das suggeriert, dass die Arbeit von Berufsanfängern nichts wert sei oder sogar Arbeitszeit koste. Und das stimmt nicht, denn sonst würden keine Praktikanten eingestellt werden. Wie John Walker richtig bemerkt, ist die Argumentation des Wissenstransfers als Bezahlung fehlerhaft. Eingestellt werden nämlich nicht die Bewerber, die erst lernen müssen, wie man lesen, schreiben und rechnen soll – ganz zu schweigen von der Kunst Screenshots zu machen – sondern die, die es bereits können [Link]

Großes Lob dabei an Fabu, der mir beim Schreiben des Textes geholfen hat, Dom, der die wunderbare Feature-Grafik gebastelt hat, sowie allen anderen Superlevel-Autoren. Womit ich nicht gerechnet hätte war, dass der Artikel solche Kreise ziehen würde. Zeitweise wurde Superlevel auf rivva.de verlinkt, daneben gab es überraschend viele Kommentare sowohl auf Superlevel als auch auf GamersGlobal. In einigen davon wurde Superlevel und mir unterstellt, der Artikel wäre nur gelaufen, um Klicks zu generieren. Klicks wurden generiert und darüber bin ich auch sehr froh, tatsächlich sind Praktika und Bezahlung aber ein Thema, das mir (und auch anderen, sehr viel bekannteren Autoren) sehr am Herzen liegt. Ich hoffe, der Artikel hat ein bisschen zur Diskussion beigetragen und konnte für einige Leser ein Denkanstoß sein.

Es folgen Links zu den interessantesten/wichtigsten Reaktionen (bitte sagt Bescheid, sollte ich etwas vergessen haben):

  • Jörg Langer kommentiert auf Superlevel, setzt seine Kommentare in einen größeren Kontext und erläutert den GamersGlobal-Wohnkostenzuschuss.  Hier meine Antwort.
  • Wolf von GameOne bereut es, nicht in der Lage zu sein, Praktikanten zu bezahlen
  • Kristin von Zockwork Orange erklärt die Grundproblematik von unbezahlten Praktika
  • Volker stimmt zu
  • Micha von Kollisionsabfrage nimmt es mit Humor
  • Fabu gibt Hintergründe und nutzt die Gelegenheit, um stilvoll zu trollen.
  • In seiner Kolumne “Langer lästert” erklärt Jörg Langer (unter anderem), dass mein Artikel der Lese-Inkompetenz geschuldet ist, übersieht dabei, dass es mir mehr um unbezahlte Praktika generell, als um GamersGlobal speziell geht.

5 thoughts on “Superlevel: Über Lehrgeld

  1. Pingback: Re: Über Lehrgeld | HERR FABU

  2. Pingback: Sonntagslinks #125 — KALIBAN

  3. Wenn dir das Thema wirklich so am Herzen liegt, hättest du vermutlich das Zitat von Fabu am Ende des Artikels weglassen sollen. Auf diesem Niveau kann man keine Diskussion führen und dann müsst ihr euch auch zurecht die Kritik gefallen lassen, dass es nur um Klicks ging.
    Vielleicht ist euch auch aufgefallen, dass sich euer Page Rank bei Google durch das “stilvolle Trollen” – wie du es nennst – verschlechtert hat (und sich auch immer weiter verschlechtern wird). Aber Hauptsache ihr habt in den letzten Tagen mal mehr Klicks auf eurer Seite. Das scheint ja genau das Konzept des Herrn Fabu zu sein – nicht mehr als eine Woche in die Zukunft zu denken.

  4. Hm, die Kritik kann ich verstehen, allerdings hatte ich im Gegensatz zu dir den Eindruck, dass durchaus eine Diskussion geführt wurde – und sie überhaupt nicht auf “fick dich”-Niveau weiterlief. Meiner Meinung nach wurde Fabus Tweet am Ende als Stilmittel wahrgenommen, die Diskussion danach bezog sich sehr wenig darauf.

    Die Kritik mit den Klicks kam nur vereinzelt und, so wie ich das verstanden habe, größtenteils von GamersGlobal-Usern, die sich beleidigt gefühlt haben (was nicht meine Absicht war). Ich habe größtenteils sehr positive Rückmeldungen bekommen und die Leser konnten sehr wohl zwischen Fabu und mir trennen.

    Auf unseren Google Pagerank musst du wohl stärker achten als ich. In der Tat ist mir das ziemlich egal. Aktuell befindet sich unser Pagerank übrigens auf 5 (genauso wie vor meinem Artikel). Sag doch Bescheid wenn sich wieder was ändert =]

    http://www.gaijin.at/olsgprank.php

    Was Fabus Konzept ist, musst du ihn wohl selbst fragen, ich kann/will da keine Angaben zu machen.

  5. Pingback: Kingdoms of Amalur: Reckoning - gelurzt.at

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